E_04_2026_W_Bildungsort PilzDuo_Tschann Edelpilze GmbH
Bildungsort PilzDuo
Lead partner
Tschann Edelpilze GmbH
Feldegg 30, 6712 Thüringen, Kreuzäcker 10, 6719 Bludesch
6712 Thüringen
Phone: 0650 211 97 19
E-Mail: hallo@pilzduo.at
Short description
„PilzDuo“ schafft in Bludesch eine nachhaltige Austernpilzzucht und erweitert das regionale Lebensmittelangebot um ressourcenschonend erzeugte Edelpilze. Durch kurze Transportwege, effiziente Nutzung von Energie und Substrat sowie vollständige Verwertung der Ernte leistet das Projekt einen Beitrag zu Klimaschutz, Ernährungssouveränität und regionaler Wertschöpfung.
Ein zweiter Schwerpunkt ist Bildung: Gemeinsam mit Schulen werden Workshops und Lernmodule entwickelt, die Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Lebensmittelproduktion praxisnah vermitteln. Ein Schulgarten verbindet Pilzzucht, Gemüse- und Kräuteranbau und macht Zusammenhänge zwischen Boden, Biodiversität und Ernährung erlebbar.
Ergänzend werden Kochkurse und Seminare für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten – auch für Gastronomie und interessierte Konsument:innen. Nicht verkaufte Frischware wird in der projekteeigenen Küche zu haltbaren Produkten (z.B. getrocknete Pilze, Pesto) veredelt. So werden Lebensmittelverluste reduziert und die regionale Kreislaufwirtschaft durch Kooperationen und Direktvermarktung gestärkt.
Background
Vorarlberg zählt zu den lebenswertesten Regionen, gleichzeitig ist der Selbstversorgungsgrad mit regionalen Lebensmitteln – insbesondere bei Obst und Gemüse – gering (laut Landwirtschaftskammer Vorarlberg rund 12 %; Produktion von Edelpilzen liegt unter 1%). Parallel steigt die Nachfrage nach pflanzlichen, regional erzeugten Produkten, die Klima und Gesundheit gleichermaßen unterstützen.
Joachim und Carina Tschann gründeten 2021 eine landwirtschaftliche GmbH, um in den Anbau von Austernseitlingen, Gemüse und Kräuter einzusteigen. Carina Tschann ist ausgebildete Feldgemüsefacharbeiterin; beide sind im Lehramt tätig und bringen damit auch pädagogische Erfahrung für Bildungsangebote mit.
Die Gemeinde Bludesch unterstützt das Vorhaben. Die Flächen (KG 90003 Bludesch, GST 2005/1 und 2005/2 sowie Teile aus GST 374) sind über Pachtverträge gesichert. Für eine professionelle Pilzzucht sind jedoch klimatisierte Räume mit kontrollierter Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung erforderlich. Die bisherige provisorische Produktionsstätte war für den Einstieg geeignet, stößt aber bei Kapazität, Technik und Hygiene an Grenzen – eine Ausweitung ist dort nicht möglich.
Mit dem neuen Standort soll daher eine zeitgemäße Infrastruktur entstehen, die Produktion, Weiterverarbeitung und Bildungsarbeit verbindet. Erste Gespräche zur Vermarktung (u.a. Regionalmarkt VWB, erste Vorgespräche mit Harald Nesensohn wurden bereits geführt) zeigen eine klare Nachfrage nach frischen, regionalen Pilzen; zugleich besteht Bedarf an praxisnaher Bewusstseinsbildung zu Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Ernährung.
Geplant sind Kooperationen mit Schulen, Hochschulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung, um die Themen Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und nachhaltige Ernährung praxisnah zu vermitteln.
Die Motivation für das Projekt ergibt sich aus dem Ziel, ein ökologisches und ressourcenschonendes Lebensmittel regional zu erzeugen und in Direktvermarktung anzubieten.
Die Abteilung Landwirtschaft und Ländlicher Raum unterstützt das Projekt, auch wurde es bereits im Jahr 2022 im Rahmen von „Landwirt.schafft.Neues“ gefördert. https://vorarlberg.at/-/-landwirt-schafft-neues
Objectives
Ziel des Projekts ist der Aufbau einer nachhaltigen Austernpilzzucht in Bludesch als Modell für ressourcenschonende, regionale Lebensmittelproduktion. Durch lokale Kultivierung entstehen kurze Transportwege, eine höhere regionale Versorgung und zusätzliche, klimafreundliche Wertschöpfung – auch für Gastronomie und Tourismus. Produktion, Weiterverarbeitung und Bildung werden bewusst verknüpft: Die Pilzzucht dient als Lern- und Erlebnisort, an dem Schüler:innen, Studierende und Erwachsene Kompetenzen zu Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und nachhaltiger Ernährung erwerben. Kochkurse und Seminare vermitteln alltagstaugliche Zubereitung und fördern eine gesunde, fleischärmere Küche.
Das Projekt reduziert Lebensmittelverluste, indem nicht sofort absetzbare Frischware in der Lehrküche zu haltbaren Produkten (z.B. getrocknete Pilze, Pesto) veredelt wird. Das verwendete Bio-Weizenstroh wird nach der Nutzung in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt und trägt zur Bodengesundheit bei.
Für die Gastronomie wird ein neues innovatives, hochwertiges Produkt geschaffen. Die frischen Austernpilze erhöhen die kulinarische Vielfalt, stärken die Attraktivität des touristischen Angebots und fördern regionale Wertschöpfungsketten.
Erwartete Wirkungen:
- Aufbau einer regionalen, ökologisch ausgerichteten Pilzproduktion
- Etablierung eines Bildungs- und Begegnungsortes für Nachhaltigkeit
- vollständige Verwertung der Ernte und sinnvolle Weiterverarbeitung
- Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten (Direktvermarktung, Gastronomie, Tourismus)