E_02/2026_VWB_KI regional aktiv - KIRA_LAG VWB
KI regional aktiv - KIRA
Lead partner
startdate: 01.04.2026
enddate: 31.03.2029
Short description
Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) verändert Gesellschaft und Verwaltung rasant. Das LEADER‑Projekt „KI regional aktiv“, kurz KIRA, stärkt – über offene Formate – die digitale Kompetenz und insbesondere die KI-Kompetenz in den 27 Gemeinden der Region Vorderland‑Walgau‑Bludenz und auch in Vereinen und der Zivilgesellschaft. Leitprinzip ist der digitale Humanismus: Der Mensch steht im Mittelpunkt. KI kann und soll in verschiedenen Aufgabenbereichen Gemeindemitarbeiter:innen und -mandatar:innen sowie Vereinsfunktionär:innen, entlasten, Qualität steigern und neue Möglichkeiten eröffnen – sie ersetzt jedoch niemanden.
Über den Projektzeitraum wird ein agiles Kompetenz‑ und Transferprogramm für Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft aufgebaut: praxisnahe Formate (Know‑How) und Hintergrundwissen zu Funktionsweise, Recht/Ethik, Datenschutz und EU‑Regelungen (Know‑Why). Ein flexibel und bedarfsgerecht abrufbarer Expert:innen‑Pool („KI‑Buddys“) unterstützt bei konkreten Fragen und Herausforderungen und hilft, Use-Cases realistisch umzusetzen.
Herzstück ist eine agile „Use‑Case‑Werkstatt“: Bedarfe aus den Gemeinden und Vereinen werden gesammelt, auf Machbarkeit (und Sinnhaftigkeit) geprüft, ggf. prototypisch entwickelt und wenn möglich als wiederverwendbare bzw. skalierbare Lösungen (Workflows, Vorlagen, kleine Tools, etc.) gesammelt, dokumentiert und den Gemeinden bzw. Vereinen zur Verfügung gestellt. Eine digitale Wissensplattform sowie der Aufbau eines Netzwerks von KI-Key‑Usern sichern den Transfer. So profitieren alle Beteiligten: KI-Kompetenz (Know-How und Know-Why) und Servicequalität steigen im Laufe des Projektes– bei gleichzeitig verantwortungsvollem Umgang mit Chancen und Risiken.
KIRA steht für einen praxisnahen, anwendungsorientierten Zugang zu Künstlicher Intelligenz, bei dem konkrete Lösungen gemeinsam mit und für Gemeinden und Vereine entwickelt werden. Gleichzeitig soll das Hintergrundwissen über Künstliche Intelligenz bei den Projektbeteiligten aktiv gestärkt werden (z.B. technologische, wirtschaftliche, politische, soziologische, psychologische Aspekte im Kontext der aktuellen KI-Entwicklungen).
Background
Die Gemeindeverwaltungen stehen vor einer doppelten Herausforderung: Die Aufgabenfülle und Komplexität steigen, gleichzeitig verschärfen z.B. Pensionierungswellen und Fachkräftemangel sowie die aktuelle Finanzlage der Kommunen den Ressourcenengpass. Parallel dazu wirkt sich die KI‑Entwicklung mit hoher Geschwindigkeit auf alle Gesellschafts-, Arbeits- und Lebensbereiche aus und verändert diese zum Teil rasant. Ohne aktive Auseinandersetzung und Befähigung in den Gemeinden droht ein zunehmender Kontrollverlust: Verwaltungen werden zunehmend mit KI‑generierten Inhalten konfrontiert (Anträge, Beschwerden, Kampagnen, Medienberichte, etc.), oft ohne selbst über ausreichende Kompetenz, Standards und sichere Werkzeuge zu verfügen. Gleichzeitig stehen viele Vereine und gemeinwohlorientiere Initiativen vor der Situation, dass ehrenamtliche Funktionär:innen mit ihren Aufgaben zunehmend stark gefordert bis überfordert sind. Generell ist zu beobachten, dass die Bereitschaft für freiwilliges Engagement abnimmt. Künstliche Intelligenz kann in einigen Bereichen die Vereins- und Freiwilligenarbeit unterstützen bzw. vereinfachen.
In der LEADER‑Region bestehen bereits unterschiedliche Ansätze, die als Stärken genutzt werden können: Im Vorderland‑Feldkirch wurden bereits breite Schulungen und eine Experimentierkultur (KIWI-Initiative) aufgebaut; im Walgau/Bludenz wird ein strukturierter Einstieg über ein einheitliches Tool (Microsoft 365/Copilot) absolviert.
Was beiden Ansätzen gemeinsam ist: Der Bedarf nach umfassendem Kompetenzaufbau, praxistauglichen Anwendungen, klaren Leitplanken (Datenschutz, Recht/Ethik) und einem regionalen Erfahrungs- und Wissensaustausch. Auch Vereine und Ehrenamt stehen unter Druck, Aufgaben effizienter zu bewältigen und werden im Projekt mitgedacht.
Das Projekt bündelt Kräfte über 27 Gemeinden hinweg, schafft gemeinsame Lern‑ und Entwicklungsräume und macht KI‑Kompetenz als öffentliche, digitale Daseinsvorsorge im Rahmen der Projektressourcen und -kapazitäten verfügbar – für Verwaltung, Politik und auch für Vereine und Ehrenamt.
Das Projekt versteht sich ausdrücklich nicht als allgemeine Grundschulung zu Künstlicher Intelligenz oder zu einzelnen KI-Software-Anwendungen, wie sie etwa im Rahmen von VHS-Kursen oder von anderen bestehenden Weiterbildungseinrichtungen angeboten werden. Vielmehr geht es weit über klassische Schulungsformate hinaus, indem KI anwendungsbezogen und bedarfsorientiert anhand konkreter, realer Use-Cases aus Verwaltung und Zivilgesellschaft gemeinsam entwickelt, erprobt und in die Praxis überführt wird. Dieser Projektteil zielt auf ein zunehmendes fortgeschrittenes KI-Know-How in der Region ab. Zusätzlich sollen im Rahmen einer Veranstaltungsreihe technologische, wirtschaftliche, gesellschaftspolitische oder philosophische Aspekte in Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz beleuchtet werden – um auch das KI-Know-Why in der Region gezielt zu stärken.
Objectives
Ziel des Projekts ist es, die Region Vorderland‑Walgau‑Bludenz zu befähigen, sicher und wirksam mit KI zu arbeiten und die Chancen für Servicequalität, Effizienz und regionale Zukunftsfähigkeit zu nutzen.
- KI-Kompetenz und Hintergrundwissen („Know‑How & Know‑Why“) in Verwaltung und Politik werden systematisch aufgebaut, inklusive Orientierung zu Datenschutz, EU‑Vorgaben und ethischen Grenzen.
- Effizienz und Qualität: Konkrete, wiederverwendbare bzw. skalierbare Use-Cases und Arbeitsabläufe werden identifiziert (auch (technisch, rechtlich, organisatorisch, finanziell) nicht umsetzbare Use-Cases), pilotiert und so dokumentiert, dass sie von mehreren Gemeinden übernommen werden können. Damit sollen bspw. Verwaltungsprozesse beschleunigt, Arbeitsergebnisse qualitativ verbessert und/oder neue Aufgaben eigenständig durchgeführt werden können – u.a. als Beitrag gegen Überlastung und Ressourcenmangel in Gemeinden oder Vereinen.
- KI-Kultur und -Verantwortung: Es entsteht ein fachlich fundiertes Bewusstsein für Künstliche Intelligenz sowie eine Kultur des verantwortungsvollen, sicheren und ergebnisoffenen Arbeitens und Ausprobierens von und mit KI-Tools mit klaren Leitplanken („Chancen betonen, Risiken berücksichtigen“) und einem gemeinsamen KI-Grundverständnis in der Region.
- Seitens des Projektes soll eine neutrale, kompetente Haltung eingenommen werden. Es sollen sowohl den Chancen als auch den Risiken Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es soll durch dieses Projekt so kompetent, so gesamtheitlich, so praktikabel und so aktuell wie möglich Orientierung in der KI-Welt zu geben – für Interessierte aus den Gemeinden (Politik, Verwaltung) und der Zivilgesellschaft.
- Als nachhaltige Wirkung bleiben eine KI-Wissensplattform, ein regionales agiles Netzwerk von Key‑Usern (v.a. in Gemeinden, ggf. in Vereinen; Multiplikator:innen) und eine Dokumentation von Good‑Practice‑Beispielen, KI-Tools, Fachexpert:innen usw. die über die Projektlaufzeit hinaus Bestand haben und weiterentwickelt werden sollen. Diese Strukturen ermöglichen auch nach Projektende laufende Weiterentwicklung, Wissenstransfer und einen informierten KI‑Diskurs in der Region (inkl. pilotierter Angebote für Vereine/Ehrenamt).
Programme-Assignment
Aktionsfeld 3: Stärkung der für das Gemeinwohl wichtigen Strukturen und Funktionen