E_02/2026_W_Naturdenkraum Bürser Schlucht_Tal schafft Kultur Kulturinitiative Brandnertal

Naturdenkraum Bürser Schlucht

Projektträger

Tal schafft Kultur Kulturinitiative Brandnertal

Obergasse 11

6706  Bürs

Telefon: 00436502322787

E-Mail: office@tal-schafft-kultur.at

Start-Datum: 10.03.2026

End-Datum: 30.09.2027


Kurzbeschreibung

Das Projekt stellt ein innovatives Beteiligungs- und Entwicklungsformat dar, das Bürger*innen, regionale Akteur*innen und interdisziplinäre Expert*innen aus den Bereichen Design, Naturwissenschaft, Tourismus, Industrie und Handwerk vernetzt. Ziel ist die gemeinschaftliche Erarbeitung eines zukunftsfähigen Vermittlungs- und Besucherlenkungskonzepts für den sensiblen Naturraum in der Bürser Schlucht.

Im Rahmen eines ortsspezifischen halbtägigen Reallabors (ein praxisnaher Beteiligungsprozess bei dem Bevölkerung und Expert*innen gemeinsam Lösungen vor Ort erarbeiten) entstehen interaktive Arbeitsstationen in der Bürser Schlucht, die Fragen, Wissen, Erfahrungen und Ideen der Bevölkerung bündeln und in konkrete Entwicklungsansätze überführen. Durch die aktive Bürger*innen-Beteiligung stärkt das Projekt regionale Identität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die langfristige Akzeptanz nachhaltiger Maßnahmen. Gleichzeitig werden neue Kooperationsstrukturen zwischen Gemeinde, Tourismus, Kultur- und Naturvermittlungsakteur*innen aufgebaut.

Das Projekt verfolgt einen innovativen Ansatz, indem der bestehende geologische Lehrpfad zu einem ganzheitlichen öko-sozialen Vermittlungsraum weiterentwickelt wird. Dabei werden ökologische, kulturelle, historische und gesellschaftliche Aspekte miteinander verknüpft. Die Bürser Schlucht fungiert als lebendiger Lern- und Erfahrungsraum, in dem nachhaltige Naturvermittlung, verantwortungsvoller Tourismus und Bewusstseinsbildung für Mensch-Natur-Beziehungen miteinander verbunden werden.

Durch die Entwicklung eines übertragbaren Beteiligungs- und Gestaltungskonzepts besitzt das Projekt Modellcharakter für andere Regionen mit vergleichbaren Herausforderungen im Umgang mit stark frequentierten Naturräumen. Gleichzeitig stärkt es die regionale Wertschätzung durch die Einbindung lokaler Betriebe, Handwerks- und Kreativschaffender sowie durch die qualitative Weiterentwicklung des naturverträglichen Tourismusangebots.

Das Projekt leistet damit einen konkreten Beitrag zur nachhaltigen Regionalentwicklung, zur Förderung sozialer Innovation sowie zur langfristigen Sicherung und verantwortungsvollen Nutzung eines regional bedeutenden Naturraums.

Ausgangslage

Naturvermittlungsgebiet. Bereits 1903 sowie erneut 1994 wurde ein geologischer Lehrpfad eingerichtet, um Besucher*innen über die Besonderheiten der Schlucht zu informieren und eine gelenkte Nutzung des sensiblen Naturraums zu fördern. Aufgrund der stark gestiegenen Besucherfrequenz steht das fragile Ökosystem heute jedoch vor neuen Herausforderungen. Gleichzeitig wächst der Bedarf, ökologische Zusammenhänge sowie die öko-soziale Geschichte dieses Naturraums verständlich und zeitgemäß zu vermitteln.

Der Austausch mit lokalen Akteur*innen in Bürs zwischen 2023 und heute zeigt deutlich, dass die zunehmende Nutzung der Schlucht sowohl für die Natur als auch für die Bevölkerung und Gäste neue Belastungen mit sich bringt. Besonders wilde Feuerstellen, provisorische Grillplätze sowie Defizite bei klarer Infrastruktur (wie z.B. einfach erkennbare Sanitäranlagen, Parkmöglichkeiten und Müllentsorgung) führen zu potentiellen Nutzungskonflikten. Es besteht daher ein konkreter Bedarf an klaren, leicht verständlichen und mehrsprachigen Informations- und Leitsystemen. Ziel ist es, Besucher*innen zu einem verantwortungsvollen Verhalten anzuleiten und gleichzeitig das Dorf, die Organisation sowie sensible Naturbereiche zu entlasten.

Das Projekt bietet die Möglichkeit, den bestehenden Lehrpfad gemeinsam mit der Bevölkerung und interdisziplinären Expert*innen weiterzuentwickeln. Unter der Trägerschaft des Vereins „Tal schafft Kultur“ und der Projektleitung von Christoph Matt, “Studio Matt | Öko-Sozial Design”, soll im Jahr 2026 ein partizipatives Reallabor umgesetzt werden. Dabei arbeiten Bürger*innen sowie Experten*innen aus Design, Naturwissenschaft, Tourismus, Industrie und Handwerk zusammen, um den bestehenden Lehrpfad zu einem öko-sozialen Vermittlungsraum weiterzudenken. Die geplante Weiterentwicklung ehrt die bestehenden Inhalte, baut auf diesen auf, verbindet historische, ökologische und gesellschaftliche Perspektiven und schafft neue Zugänge zur Wissensvermittlung. Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses werden gesammelt, analysiert und bilden die Grundlage für weitere Handlungsempfehlungen für ein nachhaltiges Gestaltungskonzept eines öko-sozialen Lehrpfads in der Zukunft. Dadurch soll langfristig ein bewusster, naturverträglicher und gemeinschaftsfördernder Umgang mit der Bürser Schlucht unterstützt werden.

Ziele/Wirkung

Ziel des Projekts ist die nachhaltige Weiterentwicklung des bestehenden geologischen Lehrpfads in der Bürser Schlucht zu einem zeitgemäßen öko-sozialen Vermittlungsraum. Dadurch soll ein bewusster und naturverträglicher Umgang mit dem stark frequentierten Naherholungsgebiet gefördert sowie potentielle Nutzungskonflikte zwischen Besucher*innen, Bevölkerung und Naturraum reduziert werden.

Durch die Entwicklung eines klar strukturierten, barrierearmen und mehrsprachigen Informations- und Leitsystems (analog und digital) sollen Besucher*innen gezielt über ökologische Zusammenhänge, regionale Geschichte sowie notwendige Verhaltensregeln informiert werden. Dies trägt dazu bei, sensible Naturräume besser zu schützen, wilde Feuerstellen und ungelenkte Nutzung zu reduzieren und vorgesehene Infrastruktur im Ortsgebiet sichtbar zu machen. Gleichzeitig wird die Aufenthaltsqualität für Gäste sowie die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung verbessert.

Ein wesentliches Projektziel liegt in der aktiven Einbindung der Bevölkerung, Experten*innen und regionaler Akteur*innen im Rahmen eines partizipativen Reallabors. Dadurch werden lokale Kompetenzen, Erfahrungswissen und innovative Ansätze aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammengeführt. Der Beteiligungsprozess stärkt die regionale Identität, fördert gesellschaftlichen Zusammenhalt und erhöht die langfristige Akzeptanz der entwickelten Maßnahmen.

Das Projekt leistet zudem einen Beitrag zur nachhaltigen Regionalentwicklung, indem es Kultur, Naturvermittlung, Tourismus, Industrie und Handwerk im Sinne der Gemeinwohlorientierung miteinander verknüpft. Aufbauend auf den Ergebnissen des Beteiligungsprozesses entstehen Handlungsempfehlungen für ein fundiertes Gestaltungskonzept eines öko-sozialen Lehrpfads in der Zukunft, das als langfristige Grundlage für Besucher*innenlenkung, Wissensvermittlung und nachhaltige Nutzung der Bürser Schlucht dient.

Bezug zum Programm

Aktionsfeld 2: Festigung oder nachhaltige Weiterentwicklung der natürlichen Ressourcen und des kulturellen Erbes

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