E_11/2025_W_Energiezukunft Nenzing_Marktgemeindeamt Nenzing

Energiezukunft Nenzing

Projektträger

Marktgemeindeamt Nenzing

Landstraße 1

6710  Nenzing

Telefon: 05525 62215-0

E-Mail: gemeinde@nenzing.at

Start-Datum: 01.02.2026

End-Datum: 30.09.2026


Kurzbeschreibung

Ziel des Projekts ist die Erstellung eines Konzepts sowie die technische und betriebswirtschaftliche Verifikation für die Erweiterung des bestehenden Nahwärmenetzes der Marktgemeinde Nenzing. Das bestehende Netz wird derzeit durch ein Zusammenspiel aus Wasserkraft/Wärmepumpen und einem Biomasse-Heizkraftwerk versorgt. Die geplante Erweiterung soll eine weitere Ausbaustufe ermöglichen, in der künftig auch industrielle Abwärme aus den Aluminium-Strangpressanlagen der Hydro Extrusion Nenzing GmbH als zusätzliche Wärmequelle genutzt wird.
Diese Abwärme entsteht bei der induktiven Erwärmung von Aluminium-Rohlingen mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen (insbesondere Wasserkraft) und ist somit CO₂-neutral. Durch die Einbindung dieser Wärmequelle kann ein weiteres Siedlungs- und Gewerbegebiet der Marktgemeinde mit Nahwärme versorgt werden.
Das Ergebnis wäre ein in dieser Form bislang einzigartiges, innovatives Nahwärmenetz, das drei unterschiedliche, sich saisonal ergänzende, nachhaltige Energiequellen kombiniert:

Das Projekt ist aufgrund der geplanten Verknüpfung dieser drei Energiequellen einzigartig. Diese Kombination ermöglicht eine besonders effiziente, resiliente und nachhaltige Wärmeversorgung und kann als Pilotprojekt für vergleichbare Gemeinden dienen.

Ausgangslage

Die Marktgemeinde Nenzing hat bereits 1998 ein damals innovatives Trinkwasserkraftwerk und ein daraus gespeistes Nahwärmenetz mit Wärmepumpen errichtet, das bis heute wesentliche öffentliche Gebäude mit Heizungswärme versorgt.
Aufgrund der jahreszeitlich schwankenden Wasserverfügbarkeit musste bislang im Herbst und Winter mit Erdgas zugeheizt werden. Zudem war eine Ausweitung auf private und gewerbliche Nutzer aus Kapazitätsgründen nicht möglich.
In den Jahren 2023–2024 wurde ein weiteres Nahwärmenetz mit einem Biomasse-Heizkraftwerk errichtet. Dieses ermöglicht die Substitution der bisherigen Erdgasbeimischung und die Versorgung zusätzlicher Gebiete in der Marktgemeinde Nenzing (u. a. des Walgaubads). Derzeit sind 105 Gebäude (Gewerbe und Privat) angeschlossen, weitere 10 (z.B. Gasthaus, Mehrfamilienhaus, etc.) sind in Planung.
Durch die jüngsten Erweiterungen des Unternehmens Hydro Extrusion Nenzing GmbH ergibt sich nun die Möglichkeit, jährlich rund 1.500 MWh industrieller Abwärme zu nutzen. Diese Wärme entsteht nicht aus fossilen Prozessen, sondern durch Strom aus erneuerbaren Quellen (VKW-Netz). Damit bietet sich eine ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Chance zur Erweiterung und Dekarbonisierung der lokalen Energieversorgung.

Ziele/Wirkung

Ziel des Projekts ist die Erarbeitung der fachlichen, technischen und wirtschaftlichen Grundlagen für eine Grundsatzentscheidung und anschließende Detailplanung zur Erweiterung des bestehenden Nahwärmenetzes.
Die geplante Erweiterung umfasst die Erschließung des Gemeindegebiets „Nagrand“ bis zum Wirtschaftspark Nenzing. Damit soll die Versorgung weiterer bestehender Gebäude mit Nahwärme sowie die Anbindung künftiger Neubauten ermöglicht werden. Insbesondere die Versorgung des Wirtschaftsparks und von bis zu 200 Wohneinheiten wäre durch diese Erweiterung realisierbar.
Erwartete Wirkung und Mehrwert
• Nutzung industrieller Abwärme als neue CO₂-neutrale Energiequelle
• Ausbau der regionalen Energieautonomie und Stärkung lokaler Wertschöpfung
• Stärkung der lokalen Energieinfrastruktur
• Reduktion fossiler Heizsysteme und damit Verringerung der Treibhausgasemissionen
• Synergieeffekte durch die Kombination von Wasserkraft, Biomasse und Abwärme
• Modellcharakter und Wissenstransfer für andere Gemeinden in der Region und im e5-Netzwerk. Das entstandene Know-how wird aktiv über die e5-Gemeinden weitergegeben und steht damit auch anderen Kommunen als Best-Practice-Beispiel zur Verfügung.

Bezug zum Programm

Aktionsfeld 4: Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel

Aktuelle Seite drucken | Fenster schließen